Individualisierte Sichtbarkeitsindizes auf Basis von Keywordsets in der SISTRIX Toolbox

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Die Toolbox von SISTRIX ist schon lange eines meiner liebsten SEO-Tools. Sie ist auf den ersten Blick sehr einfach zu bedienen. Die Software ist schnell und auch für nicht SEOs sind die Reports leicht nachzuvollziehen. Alles in allem eben kein SEO-Kauderwelch, sondern eine angenehme Lösung.
Vor allem im Bereich der Ad-Hoc Analyse greife ich sehr gerne auf die Toolbox zurück. Zum Monitoren und zur Forecastberechnung nutzen wir intern aber eine Eigenentwicklung. Warum werdet Ihr fragen, wenn ich doch so begeistert von der Toolbox bin.

Nun, SISTRIX behandelt alle Domains gleich. Sprich, der Sichtbarkeitsindex bezieht sich immer auf die Rankings einer Domain zu allen Keywords. Somit lassen sich aber leider Vollanbieter nicht mehr mit Spezialanbietern vergleichen. Klingt gestelzt? Ist es auch. Jetzt aber mal konkret. Ich kann keinen Vergleich zwischen Gamesload.de und amazon.de durchführen, da amazon mehr als nur PC-Spiele anbietet. Das ganze sieht dann so aus:

SISTRIX Sichtbarkeitsindex

SISTRIX Sichtbarkeitsindex

Wer hier welche Farbe hat, kann ja jeder selbst mal raten…

Mich interessiert aber eigentlich nur der Vergleich zwischen amazon und Gamesload zu Suchbegriffen, die auch relevant für Spiele sind.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Begriffe innerhalb des Themas Spiele für mich einen unterschiedlichen Wert haben. Es gibt Begriffe, die wesentlich stärker konvertieren als andere. Deshalb kann ich in unserem System jedem Begriff einen Wert mitgeben.

Somit errechnet sich unser Sichtbarkeitsindex immer als Summe aller Begriffe, zu denen wir Ranken (genau wie bei SISTRIX).

Der Wert pro Begriff errechnet sich aber wie folgt:

Suchvolumen des Begriffs * Wert des Rankings * Wert des Begriffs

Und da ich nun auch noch einen SOLL-Wert definieren kann, lassen sich sehr schön und einfach Opportunitäten ausrechnen.

Und SISTRIX? Nun, da SISTRIX sowieso schon die Daten der gemessenen Keywords besitzt, lag es nahe hierfür auch Keyword-Reports anzubieten. Diese gibt es schon sehr lange. Aber Keywordreports sind extrem langweilig und uninteressant. Vor allem bei größeren Websites kann man sich täglich nicht tausende von Rankings ansehen, man kann sich den Scheiß einfach nicht merken. Es liest ja auch keiner ein Telefonbuch von Anfang bis Ende durch.

Und auf dieser Mikroebene im SEO lebt man auch immer nahe am Herzinfarkt, da sich die Rankings schnell ändern können. Ein Index auf Basis eines semantischen Keywordsets aber nivelliert solche Schwankungen und hilft bei der Trenderkennung.

Last but not Least sollen ja auch noch die Ankertexte beim Linkbuilding variieren. Und wer will nicht selbst für diesen Fall eine KPI anstatt die Reports für X Keywordkombinationen. Und Johannes wäre nicht die Lichtgestallt der deutschen SEO-Szene, wenn er nicht eine solche Lösung anbieten würde! Und deshalb gibt es jetzt die…

SISTRIX Keywordset Reports

Diese Funktion gestattet es jetzt eigene Keywordsets zu definieren und hierfür individuelle Sichtbarkeitsindizes zu berechnen. Wie das funktioniert, zeige ich Euch anhand eines Ad-Hoc Beispiels:

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Zuerst gibt man seinem Set einen Namen. Da wir unterschiedliche Domains bearbeiten, hat sich bei uns eine spezielle Nomenklatur durchgesetzt. Wir beginnen immer mit dem Namen des Portals und erfassen danach den Namen des Themas. Hier also das Thema Charts für musicload.de.

Nach dem Klick auf erstellen erscheint dieser Dialog:

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Hier kann man dann pro Zeile ein Keyword erfassen. Individuelle Gewichte pro Keyword sind aber nicht möglich. Man kann aber sehr gut mit Platzhaltern (altdeutsch für Wildcards) arbeiten, wass aber zu lasten der Genauigkeit geht. Ein klick auf “Neue Keywords speichern” beendet den Dialog an dieser Stelle. Weiter geht es hiermit:

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OK, jetzt stehen hier die Begriffe, die ich grade erfasst habe. Warum sollte ich diese jetzt wieder abwählen? Ganz einfach! Ich habe Charts als Wildcard erfasst und mir werden jetzt alle Begriffe mit Charts weiter unten angezeigt: image

Da wir aber nicht “Viva” oder “MTV” sind, will ich zu diesen Begriffen nicht wirklich ranken. Auch Nutzer, die nach Rapidshare suchen, sind nicht zwingend meine präferierte Zielgruppe. Und einen historischen Lehrauftrag über die Entwicklung der Charts vor und nach der deutschen Einheit haben wir auch nicht. Also weg mit den Begriffen.

Unter uns, das Abwählen der Begriffe hat mir am Ende mehr Arbeit gemacht als die Definition der passenden Begriffe zuvor. Geht also vorsichtig mit dieser Funktion.

Um die Definition des Reports abzuschließen, muss jetzt nur noch das Drop-Down des Feldes “Status” auf “Abgeschlossen” gestellt werden:

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Und wie sieht jetzt der Report aus? Ganz einfach:

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Wie von SISTRIX gewohnt, einfach erst mal alles auf einen Blick! Sehr schön. Man sieht gleich, dass Musicload zum Keywordset eine gute Sichtbarkeit aufweist. Die beiden Musiksender sind zwar besser, aber Musicload ist zu diesem Keywordset der erste Shop.

Was man auch sehr gut sehen kann ist, dass nur wenig SEM-Keywords zu diesen Begriffen gebucht sind. Und grade die Kombination der beiden Charts finde ich sehr gut.

Man kann also einfach mal seine Adwords-Kampagnen als Reports erfassen (die sind ja hoffentlich gut strukturiert) und prüfen, wie man im SEO dazu steht!

Wenn man bereit ist, die Klicks für diese Begriffe zu zahlen, sollten die Begriffe ja auch in jeder SEO-Zieldefinition enthalten sein. Und ebenso kann der SEO jetzt schnell prüfen, ob seine Begriffe sich im SEA widerspiegeln – Synergien sind einfach was schönes. (Aber immer darauf achten, dass SEO auch trafficstarke Begriffe mit einer geringeren Konversion noch gut bearbeiten kann.)

Die Reports im einzelnen sehen dann so aus:

Sichtbarkeitsindex pro Keywordset

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Man bekommt also ein Ranking aller Domains zu einem bestimmten Zeitpunkt. Und wie gewohnt kann man sich das Ganze auch noch als Zeitreihenvergleich ansehen:

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Schade nur, dass die Daten noch nicht Rückwirkend vorhanden sind.

SEO-Report

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Der SEO-Report zeigt einfach die Anzahl der Keywords aus dem Keywordset, zu denen die Domains in den TOP-100 Rankings haben. Und das Ganze lässt sich natürlich auf einen beliebigen Bereich in den Top-100 einstellen.

Nachfolgend der Report zu den Rankings in den Top-5:

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Mist, und schon ist MTV vor uns…

SEM-Report

Dieser verhält sich analog zum SEO-Report:

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Hier kann aber unter “Anzeigen-Typ” nach Anzeigen oberhalb der organischen SERP und Anzeigen in der rechten Spalte gefiltert werden. Die Version “Anzeigen unter der Karte” wie bei Google Places kann noch nicht gewählt werden *scherz*

Report zur Universal Search

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Dieser Report sieht erst mal ähnlich aus. Aber was kann man damit machen? Zum einem kann man sehen, ob zu meinem Keywordset über Zeit die Einblendungen von Universal Search zunehmen. Das erklärt dann auch, warum bei gestiegenen Rankings in der organischen Suche weniger Traffic auf einer Website ankommt. Oder aber man kann seine Strategie auf die jeweils stark eingebundenen vertikalen Suchen ausrichten.

Als SEO ist man ja flexibel.

Man kann aber auch ein Keywordset speziell für Universal Search Kampagnen anlegen (z.B. die Shoppingsuche) und so prüfen, wie sich die eigene Abdeckung zu diesen Begriffen entwickelt. Und mir fallen bestimmt noch viel mehr lustige Anwendungen für diesen Report ein.

FAZIT

SISTRIX hat es mal wieder geschafft!

Gerade als SEO für wirklich große Seiten benötigt man nicht noch mehr Daten, sondern hilfreiche Aggregierungen und Analysen. Und die Keywordset sind ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Wenn ich die Toolbox nicht schon nutzen würde, hätte ich jetzt einen weiteren wichtigen Grund dieses nachzuholen. Und wer die Toolbox noch nicht nutzt, sollte es schnell nachholen:

SISTRIX Toolbox – SEO-Erfolge messbar machen!

Ihr habt Fragen? Dann schreibt uns einfach: info@takevalue.de

(Bild: Stock Photo ID: 52131652 Copyright: VLADGRIN)

 

 

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Jens Fauldrath

Geschäftsführender Gesellschafter bei takevalue Consulting
Jens Fauldrath ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter der takevalue Consulting GmbH. Er hat von 2001-2005 an der Hochschule Darmstadt Informationswissenschaften studiert. Von 2008-2012 leitete Jens Fauldrath das von ihm aufgebaute Inhouse-SEO Team der Deutschen Telekom AG, P&I in Darmstadt. Außerdem ist er Dozent für Suchmaschinenoptimierung an der Hochschule Darmstadt, Mitglied im Expertenbeirat SEO des BVDW sowie im Fachbeirat der SMX München. Er moderiert den Podcast SEOHouse auf unserer Podcast-Plattform termfrequenz und ist Referent bei diversen Fachveranstaltungen. Für Fragen zu seinem Artikel oder Interviewanfragen können Sie sich direkt an Jens Fauldrath wenden: jf@takevalue.de

Kommentare

  1. SebastianFiebiger sagte:

    Schöne Anleitung. Hat mir gerade echt eine Menge Zeit gespart. Habe das Ändern des Status auf “abgeschlossen” nicht gemacht und mich gewundert, dass nix funzt ;-)

    LG vom Wannsee,
    Sebastian

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