OnPage.org Expert Event 2016: Viel SEO und Onpage.org!

onpage.org Expert Event 2016 in München

Mein Kollege Eric und ich hatten am vergangenen Donnerstag die Chance an der Onpage.org Expert Zertifizierung teilzunehmen. Das Team von OnPage.org ist definitiv dafür bekannt extrem Bock zu haben und das hat man dem klasse Onpage.org Expert Event auch angemerkt! Aber natürlich ging es dabei nicht nur um den Spaß – für das Zertifikat stand letztendlich auch eine Prüfung an, die jeder Teilnehmer bestehen musste, um sich OnPage.org-Expert nennen zu dürfen. Aber erstmal ein paar Worte zu den einzelnen Programmpunkten.

Keynote von Stefan Fischerländer: SEOs als Dienstleister

Stefan Fischerländer, der vor kurzem ja auch Jens‘ Podcast Termfrequenz (SEO House Folge 66: Quo Vadis SEO?) besucht hat und dort über die Selbstwahrnehmung der Branche sprach, adressierte in seiner Keynote mit dem Titel „SEOs als Dienstleister“ den aktuellen Wandel unseres Berufsbildes und der Branche.

onpage.org Expert Event München 2016 Keynote Fischerländer

Letztendlich, so Fischerländer, entwickelt sich der SEO weg vom Zauberer und auch der Nervensäge hin zum Dienstleister, der einen vielfältigen Blick auf eine Website hat. Dies lässt sich in der Entwicklung der Suchmaschinen selbst erkennen. Bei den vielen verschiedenen Signalen, die in das Ranking einfließen, wird am Ende eines deutlich:

Der Nutzer und dessen Bedürfnisse stehen im Fokus,

was dazu führt, dass wir als SEOs oftmals an vielen verschiedenen Ecken impulsgebend oder unterstützend wirken. Sei es die Ladezeit, die Conversionrate, die Usability allgemein oder auch die gesamte Seiten- bzw. Informationsarchitektur. Alle Optimierungen in diesen Teilbereichen führen letztenendes dazu, dass die Seite für den Nutzer besser nutzbar und dadurch der Unternehmenserfolg gesteigert wird. Der SEO Consultant verfügt entpsrechend über den 360-Grad-Blick auf die Website während alle weiteren Beteiligten oftmals sehr spezifische Blickwinkel auf eine Website haben und beibehalten.

Klassisches SEO besteht nach Fischerländer aus zwei Komponenten: Basics und Taktik. Nun, zu den Basics möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht mehr viele Worte verlieren. Die beispielhaften Stichworte wie Nachfrageanalyse/Keywordrecherche, Aufbau von Landingpages und interne Verlinkung sollen erstmal reichen.

Taktik ist eine Komponente die sich permanent im Wandel befindet. Während es bei wenig nachhaltigem SEO vermehrt darum geht, Schwächen im Algorithmus auszunutzen (z.B. klassisches Linkbuilding), so stellt sich die Frage bei der nachhaltigen SEO-Arbeit statt nach aktuellen Schwächen nach möglichen Chancen durch den immer stetigen Wandel bzw. neuen Features. Aktuelle Beispiele sind u.a. http2, AMP und die Sprachsuche oder auch die immer noch vergleichsweise jungen Felder des Appindexing und Appstreaming.

Letztendlich lassen sich durch diese beiden Dinge aber nicht alle Entwicklungen erklären, wie z.B. der Slow Death 2.0 bei dem Websites langsam aber sicher aus der organischen Suche verschwinden. Hier greift Fischerländer auf Rand Fishkin zurück, der gesagt hat:

„SEO is bigger than just SEO.“

Und was ist größer? Letztendlich das Produkt, weshalb auch manchmal die besten Optimierungen nicht helfen, wenn das Produkt einfach nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.

Was sich hier leider nicht in Gänze abbilden lässt, ist die Menge an Beispielen, die Fischerländer mitbringt, die von, naja, ich nenne es mal „einbindungsortabhängigen URLs“ (oder wie nennt man ansonsten Kontaktseiten-URLs mit „…/footer/…“ als Bestandsteil?! Vorschläge bitte in die Kommentare!) bis hin zu aktuellen Fällen reicht, bei denen z.B. bmw.de mal kurzzeitig zur Anfrage „BMW X3“ aus den SERPs verschwindet und bis heute nur auf Platz 6 der SERP zu finden ist.

Ein knappes Fazit dazu: Es macht Spaß Stefan Fischerländer zuzuhören – Den ein oder anderen Impuls für meine Arbeit habe ich mitgenommen und man merkt einfach, dass hier jemand spricht, der schon ein paar Jahre Erfahrung hat und auch heute noch mit Spaß bei der Sache ist!

OnPage.OrgExpert-Zertifizierung-München-2016

Alles zu OnPage.org

In den folgenden Vorträgen auf der Agenda ging es vor allem um das Tool selbst, weshalb verschiedene Mitarbeiter, die vermutlich den meisten bekannt sein dürften, auf der Bühne standen.

Stephan Walcher (auch vor einiger Zeit bei Termfrequenz zu hören – „Tipps zur Google Search Console„) hat in seinem Vortrag „Tägliches Arbeiten mit OnPage.org“ einmal quer durch das Tool geführt und an der ein oder anderen Stelle seine Lieblingseinstellung oder Reports verraten. Viele der Basics lassen sich in den OnPage’s Elevens nachlesen, weshalb ich an dieser Stelle nur darauf verweisen möchte. Obwohl wir das Tool bei uns schon ziemlich intensiv nutzen und auch immer mal etwas quälen (siehe dazu auch unseren Beitrag SEO-Maintenance: Websitemonitoring für SEOs), hat sich auch im Verlauf der Diskussion mit den Teilnehmern der eine oder andere Aspekt ergeben, den zumindest ich noch nicht so auf dem Schirm hatte, wie bespielsweise die Nutzung der detaillierten Ansicht in den Dokumenttabellen. Hier lassen sich schnelle Analysen zusammen klicken, wenn man die Top-Terme der Dokumente auch im Auge haben möchte. So lässt sich ohne die Daten aus der Google Search Console schon schnell ein Gefühl dafür entwickeln, welche Seiten u.U. sich intern Konkurrenz machen und ob ggf. bei meiner Seite, die eigentlich ranken sollte, überhaupt genügend interne Links ankommen (siehe Onpage PageRank (OPR)).

Vielleicht an dieser Stelle noch eine Anmerkung, falls Stehpan den Post liest: Deine Empfehlung für den User-Agent des Crawlers war ja „googlebot“. Hier sollte man aber unbedingt mit seinem Kunden geklärt haben, ob er nicht ein Bottracking laufen hat oder generell immer mal wieder die Logfiles analysiert, um Maßnahmen zur Crawlbudgetoptimierung abzuleiten. Letztendich kann ein regelmäßiges Crawlen via OnPage.org mit dem entsprechenden Useragent die Ergebnisse verzerren. Wobei verzerren hier vielleicht das falsche Wort ist, da die Häufigkeit sicherlich wesentlich geringer ist als der Besuch des wirklichen Googlebots und ein Grundrauschen ja immer dabei ist – aber u.U. kann das doch die ein oder andere Irritation auslösen.

Wer die beiden darauffolgenden Referenten kennt, weiß, dass es ziemlich geeky am Campus geworden ist: Danny Linden & Jan Hendrik Merlin Jacob haben in ihrem Votrag „Zoom Deep Dive. Technische OnPage Analyse mit Zoom“ gezeigt, was es heißt, mit viel Hingabe an seinem Produkt zu arbeiten.

Neben den „sticky Filtern„, bei denen sich die Jungs einige Gedanken gemacht haben, um die vielen Infos aus OnPage.org so gesammelt und errechnet möglichst effizient nutzbar zu machen, ging es auch um den Einsatz der benutzerdefinierten Zähler und Felder. Fazit dazu: Letzteres muss ich persönlich noch wesentlich intensiver in meinen Arbeitsalltag integrieren, um noch mehr aus dem Tool herauszuholen. Letztendlich lassen sich damit viele Fragestellungen oder auch einfache Aspekte, die man immer mal wieder kontrollieren sollte, effizient abbilden.

Der Übergang zur „Feedback und Outlook“ Session mit Merlin und Marcus war beinahe fließend. Das Thema API scheint aktuell ziemlich hoch priorisiert und wir können uns auf einiges freuen – wohl auch auf ein feines Excel-Plugin? Letztendlich waren alle der angesprochen Wünsche bereits bei den Mädels und Jungs von OnPage auf der Agenda, aber wie das immer so ist, müssen ja Prioritäten gesetzt werden. Es klang aber so, als könnte man durchaus Einfluss darauf nehmen, indem man möglichst konkret seine Wünsche äußert. Daher nochmal kurz mein Wunsch:

Das benannte Speichern von Filterkombinationen wie z.B. bei den Segmenten innerhalb von Google Analytics (Step 1) und ggf. darauf basierende historische Reports (gerne auch erstmal in aggregierter Form wie auf dem aktuellen Dashboard) (Step 2) ermöglicht letztendlich das Monitoren von bestimmten Fehlermustern, die auch kundenspezifisch sein können und auf die wir SEO Consultant immer wieder einen Blick haebn.

Ralph Binkert von der Allianz Digital Accelerator GmbH stand in der letzten Session bereit und hat im ersten Teil zusammen mit Marcus einige Einblicke in seine alltäglich Arbeit gegeben und inwiefern OnPage ihn dabei unterstützt. Der zweite Teil bestand aus einigen Erinnerungen der beiden, wie das damals noch mit diesem Linkbuilding war und was z.B. ein Backlink vom W3C so bewirken konnte. Zusammenfassend aber eine spannende Mischung von Themen, der man gerne zugehört hat.

Der OnPage.org Expert Test

Nun, was soll ich zum Test sagen – eigentlich nur soviel: Etwas von SEO muss man schon verstehen und ein paar Fragen lassen sich sicherlich nicht nach 1-2 Monaten Erfahrung in dem Bereich erklären. Es ging aber definitiv mehr um SEO als um das Tool – was ja definitiv mehr als sinnvoll ist!

Glückwunsch an Catbird Seat für die Doppelbesetzung in den Top 3 der Teilnehmer. Ich vermute mal, ihr dreht mit gleich zwei OnPage-Swagpaketen den selbigen (also den Swag ;)) in den kommenden Tagen ziemlich auf! Einen Glückwunsch natürlich auch an Hans Jung von der One Advertising AG für einen fabelhaften ersten Platz!

Siteclinic mit Danny und Marcus

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es noch zwei Siteclinics, bei denen vor allem auch Marcus erklärt hat, wie sein erster Blick auf eine Website so abläuft und wie er die eventuellen Probleme und Risiken eingrenzt. Bevor ich aber hier noch mehr Worte tippe – schaut doch einfach selbst

Feedback und Fazit zum Onpage.org Expert Event

Alles in allem – ich denke, dass hat man gemerkt, wenn man bis hierhin gelesen hat -, war es ein sehr gelungenes Event!
Ich persönlich würde mir allerdings wünschen, dass man an der ein oder anderen Stelle noch etwas mehr in die Tiefe geht und unter Umständen noch etwas mehr in das fortgeschrittene Arbeiten mit OnPage.org einsteigt. Vielleicht bieten sich teilweise parallele Sessions an, bei denen man in kleinerer Runde über die Arbeit mit den Tools und eventuelle Lücken und Wünsche sprechen kann. Bei einer großen Teilnehmerzahl entwickelt sich nur schwer eine Eigendynamik, was in dem Kontext jedoch sicherlich sehr spannend wäre. Generell kenne ich hier auch die Zusammenstellung der Teilnehmer nicht ganz so gut. Vielleicht macht auch die Trennung nach Agentur und Inhouse Sinn, da hier sicherlich oftmals andere Usecases entstehen (je nach dem wie viele Portale und Seiten man als Inhouse betreut).

Das Networking war definitiv ein gelungener Ausklang. Auch nochmal die besten Grüße an Alexander Breitenbach. Es immer wieder schön die ehemaligen Kommilitonen anzutreffen!

Ihr habt Fragen? Hinterlasst ein Kommentar oder schreibt mir eine E-Mail.

Auch interessant:
SEO-Maintenance: Websitemonitoring für SEOs

OnPage.Org – Anwendung und Zertifizierung

Erkenntnisse mit Hilfe von OnPage.org

SEO House 36: SiteClinic mit OnPage

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OnPage.org Expert Event 2016: Viel SEO und Onpage.org!, 4.5 out of 5 based on 4 ratings
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Stefan Keil

Daten & Datenanalyse sind für Stefan die Grundpfeiler für eine erfolgreiche SEO-Strategie. Daher beschäftigt er sich bei /takevalue intensiv mit der Auswertung und Aufbereitung der Nutzungsdaten unserer Kunden und leitet aus diesen Erkenntnissen die Potenziale für Informationsarchitekturen und starken Content ab.  Haben Sie Fragen zum Artikel? Dann kommentieren Sie oder wenden sich direkt per Mail an Stefan Keil redaktion@takevalue.de

Kommentare

  1. Hallo Stefan,

    Danke für den Punkt mit dem Bot-Tracking, guter Punkt und da hast du natürlich auch absolut recht. Wobei ich aber auch grundsätzlich davon abrate, ein Bot-Tracking zu nutzen, welches nur den User-Agent beachtet und die IP-Adresse dabei völlig ignoriert. Gerade bei bestimmten Seiten-Typen ist es schon erschreckend wie viele „Gooblebots“ nicht aus Mountain View stammen ;). Im Idealfall sollte daher das Bot-Tracking immer auch ein reverse DNS lookup nutzen.

    Freut mich dass Dir das Event so gut gefallen hat, das Feedback nehmen wir uns gerne zu Herzen

    • Stefan Keil sagte:

      Hi Stephan,

      danke für deine Antwort! Stimmt natürlich, da muss ich dir auch zustimmen – ist mir leider immer mal wieder anders über den Weg gelaufen, weshalb die Verwirrung erstmal groß war :)

      Viele Grüße!
      Stefan

  2. Warum gratuliert ihr nicht dem Sieger bei der Zertifizieung?

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