Was ist Qwant?

Qwant ist eine europäische Suchmaschine, die sich bewusst als datenschutzfreundliche Alternative zu Google und Co. positioniert. Seit ihrer Gründung in Frankreich verfolgt sie das Ziel, Suchanfragen ohne Tracking und personalisierte Werbung zu beantworten – ein Ansatz, der besonders in Zeiten steigender Sensibilität für Privatsphäre und Datenschutz an Bedeutung gewinnt. Für Unternehmen und Marketing-Verantwortliche stellt sich dabei die Frage: Welche Rolle spielt Qwant im Online-Marketing und wie relevant ist die Plattform für SEO und Suchmaschinenwerbung?

Qwant einfach erklärt

Qwant ist eine in Frankreich entwickelte Suchmaschine, die seit 2013 online verfügbar ist. Ihr zentrales Alleinstellungsmerkmal liegt im Schutz der Privatsphäre: Anders als Google oder Bing verfolgt Qwant die Nutzer nicht und verzichtet auf personalisierte Werbung. Stattdessen werden die Suchergebnisse möglichst neutral und unabhängig dargestellt.

Die Plattform greift sowohl auf einen eigenen Suchindex als auch auf Daten von Microsoft Bing zurück und bietet verschiedene Ansichten wie Web, Nachrichten, Social Media und Shopping. Mit diesem Ansatz möchte Qwant eine europäische Alternative zu den großen US-amerikanischen Suchmaschinen schaffen und sich vor allem an Nutzer richten, die Wert auf Datensouveränität und Transparenz legen.

Geschichte und Hintergrund

Qwant wurde 2013 in Frankreich gegründet und hatte von Beginn an den Anspruch, eine europäische und datenschutzfreundliche Suchmaschine zu etablieren. Das Ziel der Gründer war es, eine Alternativlösung zu den dominierenden US-amerikanischen Anbietern wie Google zu schaffen – mit besonderem Fokus auf Neutralität, Transparenz und Privatsphäre.

Schon kurz nach dem Start erhielt Qwant Aufmerksamkeit, da die Suchmaschine versprach, keinerlei persönliche Daten zu speichern oder Nutzerprofile zu erstellen. 2014 wurde in Deutschland und weiteren europäischen Ländern die Expansion vorangetrieben. Parallel dazu wurden spezialisierte Angebote wie Qwant Junior (eine kindersichere Version) oder Qwant Maps (ein Kartendienst auf Basis von OpenStreetMap) entwickelt.

Unterstützung erhielt Qwant nicht nur von Privatanwendern, sondern auch von politischen Institutionen: In Frankreich wird die Suchmaschine beispielsweise in Schulen und Behörden als Standardlösung eingesetzt, um digitale Souveränität in Europa zu stärken. Trotz technischer Kooperationen mit Microsoft Bing verfolgt Qwant weiterhin das Ziel, seinen eigenen Suchindex auszubauen und sich als unabhängige Alternativlösung auf dem Markt zu etablieren.

Besonderheiten von Qwant

Qwant unterscheidet sich in mehreren Punkten von anderen Suchmaschinen. Im Mittelpunkt steht der Schutz der Privatsphäre: Es werden keine persönlichen Daten gesammelt, keine Nutzerprofile erstellt und keine individuellen Suchhistorien gespeichert. Dadurch fallen auch keine personalisierten Werbeanzeigen an – ein klares Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Suchmaschinen.

Ein weiteres besonderes Merkmal ist die Darstellung der Suchergebnisse. Qwant kombiniert Inhalte aus seinem eigenen Index mit Daten von Microsoft Bing und stellt diese in verschiedenen Rubriken dar, zum Beispiel „Web“, „News“, „Social“ oder „Shopping“. Nutzer erhalten damit auf einen Blick unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema, ohne die Suchmaschine wechseln zu müssen.

Darüber hinaus investiert Qwant in eigene Dienste wie Qwant Junior (speziell für Kinder) oder Qwant Maps, die auf OpenStreetMap basieren und eine datenschutzfreundliche Alternative zu Google Maps darstellen. Mit diesem Angebot möchte Qwant zeigen, dass es nicht nur eine Suchmaschine, sondern ein ganzheitliches Ökosystem für digitale Dienste sein kann – mit einem klaren europäischen Fokus.

Qwant im Vergleich zu Google

Auf den ersten Blick funktioniert Qwant ähnlich wie Google: Nutzer geben Suchbegriffe ein und erhalten eine Trefferliste mit passenden Ergebnissen. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in der Funktionsweise und Ausrichtung der beiden Suchmaschinen.

Der wichtigste Unterschied betrifft den Umgang mit Daten. Während Google stark auf personalisierte Ergebnisse und Werbung setzt, verzichtet Qwant komplett auf Nutzertracking. Suchergebnisse werden dadurch neutraler dargestellt, was bedeutet, dass zwei Personen bei gleicher Anfrage dieselben Ergebnisse sehen – unabhängig von ihrem bisherigen Suchverhalten.

Auch bei den Suchalgorithmen unterscheidet sich Qwant: Der Fokus liegt weniger auf personalisierten Empfehlungen, sondern stärker auf einer objektiven Gewichtung von Inhalten und Informationen. Google hingegen analysiert sehr genau das Verhalten der Nutzer, um Suchergebnisse individuell anzupassen und Anzeigen möglichst zielgerichtet auszuspielen.

Hinsichtlich der Reichweite gibt es klare Unterschiede. Google dominiert mit über 90 % Marktanteil weltweit den Suchmaschinenmarkt, während Qwant trotz wachsender Bekanntheit bisher nur in Nischen – insbesondere im Heimatland und Teilen Europas – eine Rolle spielt. Für Unternehmen bedeutet das: SEO-Maßnahmen für Google sind unverzichtbar, Qwant kann aber als ergänzende Plattform relevant sein.

Zielgruppen und Nutzung

Qwant richtet sich vor allem an Nutzer, die großen Wert auf Datenschutz und digitale Souveränität im Web legen. Dazu gehören Privatpersonen, die anonym im Internet recherchieren möchten, aber auch Menschen, die bewusst auf personalisierte Werbung und Tracking verzichten wollen.

Eine weitere wichtige Zielgruppe sind öffentliche Einrichtungen und Bildungseinrichtungen. In Frankreich ist Qwant beispielsweise in vielen Schulen und Behörden als Standardsuchmaschine im Einsatz. Dort gilt der Dienst als Alternativlösung, die unabhängiger von US-amerikanischen Tech-Konzernen ist und den gesetzlichen Anforderungen an Datenschutz besser entspricht.

Auch Unternehmen können Qwant gezielt einsetzen – sei es intern, um sensiblen Rechercheaufgaben nachzugehen, oder extern, um die eigene Sichtbarkeit in einer datenschutzorientierten Suchmaschine zu prüfen. Trotz des vergleichsweise geringen Marktanteils bietet Qwant so eine interessante Nische, die besonders für Marken mit starkem Fokus auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Vertrauen relevant sein kann.

Relevanz für Online-Marketing

Aus Sicht des Online-Marketings spielt Qwant bislang nur eine untergeordnete Rolle, da die Suchmaschine im Vergleich zu Google oder Bing über einen sehr geringen Marktanteil verfügt. Dennoch kann sie für bestimmte Zielgruppen und Strategien von Bedeutung sein – insbesondere dort, wo Datenschutz und Transparenz eine wichtige Rolle im Markenversprechen spielen.

Im Bereich SEO gelten grundsätzlich ähnliche Regeln wie bei anderen Suchmaschinen: qualitativ hochwertiger Content, klare Struktur und technische Sauberkeit einer Website wirken sich positiv auf die Sichtbarkeit aus. Da Qwant jedoch weniger auf personalisierte Faktoren setzt, haben Inhalte mit objektiv hoher Relevanz potenziell bessere Chancen, unabhängig von Nutzerprofilen weit oben zu ranken.

Für Paid Advertising ist Qwant bislang kaum relevant, da die Plattform im Gegensatz zu Google keine ausgeprägten Werbesysteme anbietet. Unternehmen, die in Suchmaschinenwerbung investieren möchten, kommen daher aktuell kaum an Google Ads vorbei.

Trotzdem kann es sich für Marken lohnen, die Sichtbarkeit in Qwant regelmäßig zu prüfen – vor allem, wenn man datenschutzaffine Zielgruppen ansprechen oder die digitale Präsenz bewusst diversifizieren möchte. In Kommunikationsstrategien, die auf Vertrauen, Sicherheit und Unabhängigkeit setzen, kann Qwant ein kleiner, aber interessanter Baustein sein.

Kritik und Herausforderungen

Obwohl Qwant mit seinem Fokus auf Datenschutz und Unabhängigkeit eine spannende Alternative zu Google darstellt, steht die Suchmaschine auch vor einigen Herausforderungen. Eine der größten Schwächen ist der vergleichsweise geringe Marktanteil: Weltweit nutzen nur sehr wenige Menschen Qwant regelmäßig, wodurch die Relevanz für Unternehmen und Marketing-Strategien bisher begrenzt bleibt.

Auch die Qualität der Suchergebnisse wird teils kritisch betrachtet. Da Qwant einen eigenen Index betreibt, diesen aber durch Kooperationen mit Microsoft Bing ergänzt, können Treffer in einigen Bereichen weniger präzise oder umfassend erscheinen als bei Google. Gerade in Nischen oder bei sehr aktuellen Themen stößt Qwant daher schneller an Grenzen.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Monetarisierungsstruktur im Bereich Werbung. Während Google durch Google Ads eine ausgereifte Plattform für Suchmaschinenwerbung bietet, ist Qwant in diesem Bereich noch kaum konkurrenzfähig. Für Unternehmen bedeutet das, dass Paid Advertising über Qwant praktisch keine Rolle spielt.

Darüber hinaus muss sich Qwant langfristig gegenüber den großen Tech-Konzernen behaupten, die über deutlich mehr Ressourcen, Daten und Infrastruktur verfügen. Die Suche nach einer klaren Positionierung – zwischen Nischenlösung für Datenschutzbewusste und ernstzunehmender Alternativlösung zu Google – bleibt eine der zentralen Herausforderungen.

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