Was ist JSON?

JSON (JavaScript Object Notation) ist ein kompaktes Datenformat, das im modernen Web kaum mehr wegzudenken ist. Es ermöglicht, Informationen klar strukturiert darzustellen und unkompliziert zwischen verschiedenen Anwendungen auszutauschen. Ursprünglich aus der Welt der Programmierung stammend, spielt JSON heute auch im Online-Marketing eine wichtige Rolle – etwa beim Einsatz von APIs, in Tracking-Lösungen oder bei der SEO-Optimierung mit strukturierten Daten.

Für Marketing-Teams bedeutet das: JSON ist die Sprache, in der viele Tools und Plattformen „miteinander sprechen“. Wer versteht, was hinter diesem Begriff steckt, erkennt schnell, warum JSON die Grundlage für eine reibungslose Automatisierung, Datenanalyse und Sichtbarkeit in Suchmaschinen ist.

Definition von JSON

JSON (JavaScript Object Notation) ist ein standardisiertes Datenformat, das genutzt wird, um Informationen in einer klar strukturierten und leicht verständlichen Form darzustellen. Technisch gesehen handelt es sich dabei um eine Textdarstellung von Daten in sogenannten Schlüssel-Wert-Paaren (engl. Key-Value Pairs). JSON ist sowohl für Menschen gut lesbar als auch für Maschinen einfach zu verarbeiten – ein Grund, warum es sich weltweit als zentrales Austauschformat im Web etabliert hat. Eine JSON Datei hat in der Regel die Dateiendung „.JSON“.

Im Unterschied zu älteren Formaten wie XML ist JSON deutlich kompakter und übersichtlicher. Dadurch eignet es sich ideal, um Daten zwischen verschiedenen Systemen, Programmen oder Webdiensten auszutauschen. Praktisch bedeutet das: Ob ein Online-Shop Produktinformationen an ein CRM-System übergibt oder eine Website Daten aus einem externen Tool wie Google Analytics abruft – in vielen Fällen geschieht dies im Hintergrund über JSON.

Technische Grundlagen

Die Besonderheit von JSON liegt in seiner einfachen, aber klar definierten Struktur. Daten werden in sogenannten Schlüssel-Wert-Paaren (Key-Value Pairs) gespeichert. Dabei beschreibt der Schlüssel (Key) den Namen der Information, während der Wert (Value) den eigentlichen Inhalt darstellt.

Die wichtigsten Bausteine von JSON sind:

  • Objekte: Werden in geschweiften Klammern { } dargestellt und enthalten eine Sammlung von Schlüssel-Wert-Paaren.
  • Arrays: Werden in eckigen Klammern [ ] dargestellt und dienen dazu, mehrere Werte oder Objekte in einer Liste zu speichern. Die Werte werden dabei durch Kommas getrennt.
  • Datentypen: JSON unterstützt Strings (Texte in Anführungszeichen), Zahlen, Wahrheitswerte (true/false), Null-Werte (null) sowie verschachtelte Objekte und Arrays.

Ein Beispiel macht die Struktur greifbar:

{
 "produkt": "Sneaker",
 "preis": 89.99,
 "verfügbar": true,
 "größen": ["38", "39", "40", "41"],
 "details": {
   "farbe": "weiß",
   "marke": "BeispielBrand"
  }
}

In diesem Beispiel beschreibt JSON ein Produkt mit Namen, Preis, Verfügbarkeit, möglichen Größen und weiteren Details, die unterschiedliche Datentypen enthalten (String, Zahl, Boolean oder Array). Sowohl Menschen als auch Computerprogramme können diese Daten problemlos interpretieren.

Im Vergleich zu anderen Formaten wie XML ist JSON leichter zu lesen, schneller zu verarbeiten und weniger fehleranfällig. Deshalb wird es im modernen Web fast überall verwendet, insbesondere beim Datenaustausch zwischen Websites, Apps und Schnittstellen (APIs).

Geschichte von JSON

JSON wurde Anfang der 2000er-Jahre von dem US-amerikanischen Informatiker Douglas Crockford entwickelt. Ziel war es, ein einfaches, leichtgewichtiges Datenformat zu schaffen, das unabhängig von Programmiersprachen funktioniert und den Austausch von Informationen im Web erleichtert.

Die Grundlage bildete die Syntax von JavaScript, weshalb JSON auch den Namen JavaScript Object Notation trägt. Anders als oft angenommen, ist JSON aber nicht an JavaScript gebunden – mittlerweile unterstützen nahezu alle gängigen Programmiersprachen das Format.

Seine große Verbreitung verdankt JSON vor allem dem Aufstieg von AJAX-Technologien (Asynchronous JavaScript and XML) in den 2000er-Jahren. Damit war es erstmals möglich, Webseiten ohne komplettes Neuladen dynamisch mit neuen Daten zu versorgen – ein Durchbruch für moderne Webanwendungen. JSON erwies sich dafür als schnellere und verständlichere Alternative zu XML.

Heute ist JSON ein internationaler Standard (ECMA-404, RFC 8259) und bildet die Basis für unzählige Anwendungen: von Social-Media-APIs über Webshops bis hin zu Tracking- und SEO-Lösungen.

Anwendungsbereiche im Online-Marketing

Obwohl JSON ursprünglich aus der Softwareentwicklung stammt, ist es heute auch im Online-Marketing von großer Bedeutung. Viele Tools, Plattformen und Prozesse im digitalen Marketing basieren im Hintergrund auf JSON, um Daten auszutauschen oder verständlich aufzubereiten.

Typische Einsatzfelder sind:

APIs (Schnittstellen zwischen Tools)

  • JSON ist das Standardformat für den Datenaustausch über APIs.
  • Beispiel: Ein CRM-System übergibt Kundendaten an ein E-Mail-Marketing-Tool oder eine Kampagnenplattform liest Conversion-Daten aus Google Ads.

Tracking & Webanalyse

  • Beim Einsatz von Tracking-Tools wie dem Google Tag Manager oder Google Analytics 4 werden viele Informationen im JSON-Format übertragen.
  • Events wie „Kauf abgeschlossen“ oder „Formular gesendet“ können so eindeutig strukturiert übermittelt werden.

Content-Management-Systeme (CMS)

  • Systeme wie WordPress nutzen die sogenannte REST API, die Daten im JSON-Format bereitstellt.
  • Dadurch lassen sich Inhalte flexibel zwischen Website, Apps und Drittanwendungen austauschen.

SEO & Strukturierte Daten (JSON-LD)

  • JSON spielt eine Schlüsselrolle bei der Suchmaschinenoptimierung.
  • Über JSON-LD können strukturierte Daten (z. B. Bewertungen, FAQs, Veranstaltungen) direkt in den HTML-Code einer Website eingebunden werden.
  • Das hilft Google & Co., Inhalte besser zu verstehen und in Form von Rich Snippets in den Suchergebnissen darzustellen.

Marketing-Automatisierung

  • JSON ermöglicht es, Daten zwischen unterschiedlichen Systemen schnell und standardisiert weiterzugeben.
  • Beispiel: Automatisierte Workflows, bei denen neue Leads aus einem Formular sofort an ein Newsletter-Tool oder ein CRM weitergeleitet werden.

Beispiele aus der Praxis

Damit der Nutzen von JSON im Online-Marketing greifbarer wird, hier einige typische Szenarien:

SEO mit JSON-LD

Viele Websites setzen strukturierte Daten im Format JSON-LD ein, um Suchmaschinen zusätzliche Informationen bereitzustellen. Ein Beispiel ist ein FAQ-Schema:

{
 "@context": "https://schema.org",
  "@type": "FAQPage",
  "mainEntity": [{
    "@type": "Question",
    "name": "Wie lange dauert der Versand?",
   "acceptedAnswer": {
     "@type": "Answer",
     "text": "Die Lieferung erfolgt in der Regel innerhalb von 2–3 Werktagen."
    }
  }]
}

Dieses Snippet hilft Google, die Inhalte zu verstehen und kann dazu führen, dass Fragen und Antworten direkt in den Suchergebnissen erscheinen.

Datenübergabe im Tracking

Angenommen, ein Kunde kauft ein Produkt im Online-Shop. Dieses Event kann im Google Tag Manager als JSON-Objekt übergeben werden:

{
  "event": "purchase",
  "transaction_id": "12345",
  "value": 89.99,
  "currency": "EUR",
  "items": [{
    "id": "SKU123",
    "name": "Sneaker",
   "quantity": 1
  }]
}

Solche Daten sind essenziell, um den Erfolg von Kampagnen zu messen und Conversions zu optimieren.

APIs im Marketing-Alltag

Wenn ein Newsletter-Tool wie Mailchimp über eine API neue Kontakte aus einem CRM-System erhält, läuft die Übertragung häufig im JSON-Format ab. Ein Kontakt könnte so aussehen:

{
 "email_address": "[email protected]",
  "status": "subscribed",
  "merge_fields": {
    "FNAME": "Anna",
    "LNAME": "Müller"
  }
}

Dank JSON können verschiedene Systeme reibungslos miteinander kommunizieren, ohne dass Marketing-Teams manuell Daten übertragen müssen.

Stellenwert für die Suchmaschinenoptimierung

Im Bereich SEO hat JSON in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen – vor allem durch den Einsatz von JSON-LD (JavaScript Object Notation for Linked Data). Dabei handelt es sich um eine standardisierte Methode, strukturierte Daten direkt im Quellcode einer Website einzubinden.

Suchmaschinen wie Google nutzen diese Informationen, um Inhalte besser zu verstehen und gezielt in den Suchergebnissen darzustellen. Typische Beispiele sind:

  • Rich Snippets: Erweiterte Suchergebnisse mit Bewertungen, FAQs, Rezepten oder Veranstaltungsinformationen.
  • Knowledge Panels: Infoboxen, die Unternehmen, Personen oder Marken prominent darstellen.
  • Verbesserte Indexierung: JSON-LD erleichtert Suchmaschinen die Interpretation von Website-Inhalten, was sich positiv auf die Sichtbarkeit auswirken kann.

Für Marketer bedeutet das: Der Einsatz von JSON ist kein „Entwickler-Thema“ mehr, sondern ein zentraler Hebel für bessere Rankings und höhere Klickzahlen. Wer Produktinformationen, Unternehmensdaten oder Content mithilfe von JSON-LD strukturiert bereitstellt, schafft die Grundlage für mehr Reichweite und Sichtbarkeit in den Suchergebnissen.

Darüber hinaus empfiehlt Google selbst ausdrücklich die Verwendung von JSON-LD für strukturierte Daten – ein klares Signal, dass dieses Format für diesen Anwendungsfall der bevorzugte Standard für SEO ist.

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