Nachdem ja viele das Thema Pagerank Scuplting zu Unrecht für tot erklärt haben (meine zwei Sätze dazu gibt es hier), will ich es mal kurzerhand umbenennen: Linkfokussierung.

Intern nennen wir das Kind auch gerne Thematic Linking and Focusing, was allerdings noch weit über das im Folgenden zu beschreibende Thema hinausgeht.
Große Unternehmen wie wir haben nun mal oft Redundanzen in ihren ungezählten Webangeboten. Diese sind gewachsenen Strukturen geschuldet, die nicht einfach aufzulösen sind. So bezieht sich das Focusing nicht auf eine klassische SEO-Tätigkeit, sondern darauf interne Dopplungen sichtbar zu machen, um später diese Dopplungen aufzulösen. Wie alle politischen Themen sind solche Aufgaben nicht einfach und schon überhaupt nicht schnell zu lösen. Jetzt aber zurück zum Thema…

Bei der Linkfokussierung geht man davon aus, dass wir pro Domain nur ein bestimmtes Rank-Gewicht zur Verfügung haben, welches wir versuchen thematisch fokussiert innerhalb unseres Angebots zielgerichtet zu verteilen. Damit ist auch klar, dass man sich mit dieser Aufgabe wirklich nur dann auseinandersetzen sollte, wenn man für eine große Website mit hinreichend Gewicht (sprich gute eingehende Links) arbeitet. Wer also über nur wenige eingehende Links und/oder wenig Content verfügt, sollte sich zuerst um diese Aufgaben kümmern.

Sollte aber beides ausreichend zur Verfügung stehen, beginnt die Arbeit damit, die Seiten zu identifizieren, für die es keine Nachfrage gibt. Oder anders formuliert, welche Seiten aus meinem Angebot beantworten keine Frage, die meine potentiellen Nutzer an Google stellen?

Wenn diese Seiten oder auch Seitentypen identifiziert sind beginnt die Arbeit. Grundsätzlich gibt es hier zwei methodische Ansätze:

  1. Entwertung der Links die auf die Seite zeigen durch
    • Einsatz von IFrames
    • Einsatz von Ajax/Javascript
  2. Entwertung der ganzen Seite durch
    • Meta-Robots
    • Canonical-Tag

Linkentwertung

Die Ziele der Linkenwertung entsprechen weitestgehend dem bekannten Prinzip des Siloing. Man versucht also den internen Linkgraph deduktiv aufzubauen. Man versucht schlicht vom allgemeinen Themen immer tiefer auf besondere Themen zu linken ohne thematisch irrelevant seitlich rauszulinken.

Linkentwertung mit IFrame

Eine typische Anhäufung von irrelevanten Links finden sich meist im Footer einer Website. Einige Test bei uns haben hier gezeigt, dass ein Footerlink auf der Startseite beträchtliche Wirkung entfalten kann.

Wenn der Link dann aber Sitewide eingebaut wurde, konnten wir keinem zusätzlichen Effekt auf die Rankings beobachten. Aus diesem Grund ist ein großer und umfangreicher Footer ein gutes Ziel für diese Methode, vor allem auf thematisch extrem fokussierten Seiten.

Linkentwertung per Ajax bzw. Javascript

Hier geht es darum irrelevante Links so zu maskieren, dass Google sie nicht erkennen kann. Da Google bei der Interpretierung von Javascript allerdings extrem kreativ geworden ist (Teilweise findet Google Links, wo keine sind…), sollte man diese Javascriptlinks auslagern.

Hier ein Beispiel, bei welchem diese Methode angebracht ist:

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Diese Produktdetailseite zum Produkt Strickmütze Klitzeklein verfügt über mehr als 700 (ausgeschrieben siebenhundert) Links. Hier ist eine sinnvolle Steuerung des Linkflusses schlicht nicht mehr möglich (BTW: Wer über siebenhundert Rubriken in seiner Navigation hat, hat schlicht generell ein Problem mit der Priorisierung).

Lösung (zumindest für Google) wäre hier, dass die Hauptnavigation nur auf der Startseite komplett im Quelltext sichtbar ist. Auf allen anderen Seiten werden dann die Inhalte der Drop-Downs als nachladendes Ajax realisiert. Somit bleibt die erste Ebene der Navigation auch für Nutzer ohne Javascript nutzbar. In die Tiefe kommen diese Nutzer dann mit der Left Hand Navigation. Und Google muss sich nicht durch 1.900 Zeilen Quellcode mit irrelevanten Links quälen. Netter Nebeneffekt wäre natürlich auch, dass die H1-Überschrift nicht erst nach gut 2.000 Zeilen Code kommt 😉

Ähnlich umfangreiche Linkartefakte finden sich auf vielen Seiten, leider auch bei uns. Hier lohnt sich der Einsatz von Ajax unbedingt. Wenn man aber nur zwei bis drei Links pro Seite entwerten will, kann man sich die Arbeit fast sparen und lieber auf die Methoden zur Entwertung der Zielseite setzen. Das ist dann weniger Aufwendig.

Fazit

Die Methoden der Linkentwertung funktionieren auch ohne Nofollow-Link. Allerdings sollte man diese hauptsächlich bei großen Linkartefakten einsetzen, die sich schon durch ihre bloße Existenz negativ auswirken. Für einzelne Links sind die Methoden meist zu aufwendig, zumindest in Unternehmen, in denen man nicht schnell selbst in den Quelltext eingreifen kann.

Und Fortsetzung folgt

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(Bild: Stock Photo ID: 52131652 Copyright: VLADGRIN)

 

 

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