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Recap zur OMX und SEOkomm 2016

 

Vom 17. bis 18. November 2016 fanden die SEOkomm und OMX in Salzburg statt. Für die Fachkonferenz für Suchmaschinenoptimierung SEOkomm und die Online Marketing eXperts Konferenz OMX brachte Veranstalter Oliver Hauser insgesamt über 750 SEOs und Online Marketers aus dem deutschsprachigen Raum zusammen, die sich an 2 Tagen über die neuesten Entwicklungen in der Branche austauschten. Im Folgenden berichtet unser Consultant Daniel Reuter seine Learnings von der Search Engine Optimization Konferenz SEOkommund der Online Marketing Konferenz OMX.

OMX

SEOkomm

 


OMX

Google Analytics – Tipps für den richtigen Einsatz

Daniel Herndler von get on top gmbh gab in seiner Session spannende Einblicke in die Arbeit mit Google Analytics sowie „5 supergeile Event Tracking Methoden“ mit auf den Weg. Außerdem ging er auf den GA-User Explorer und Analytics Experiments ein.

„Standard ist gut, Individualität ist besser.“

Getreu diesem Motto gab Daniel viele Tipps, welche individuellen Tracking Events und Reports man abseits des Standards erstellen sollte. Dies beginnt bereits bei der Definition der Traffic Quellen, die standardmäßig von Google vorgegeben sind. Hier lohnt es sich eigene maßgeschneiderte Channels zu erstellen und selbst zu definieren, welche Seiten als Organic Traffic oder als Paid Traffic usw. anzusehen sind. Spannende Analysen, die man mit Google Analytics durchführen kann, sind z. B.

  • die Ermittlung des Traffic Kanals, über den die meisten Conversions generiert werden (z. B. Organic Traffic), sowie die Ermittlung des Traffic Kanals, über die Conversions vorbereitet werden bzw. die bei der Conversion unterstützend wirken (z. B. Social Traffic).
  • die Ermittlung von Conversion Bremsen mittels Trichter-Analysen. Auf welcher Seite wird der Kaufprozess am häufigsten unterbrochen? Grund hierfür ist u.a. der Abbruch bei Formular-Eingaben. Durch Tracking jedes Formular-Feldes können diejenigen Felder ermittelt werden, die am meisten zu Abbrüchen führen und (soweit möglich) als optionale Felder definiert werden.
  • das Messen anonymer Client Daten, um die User Bewegungen auf der Seite nachzuvollziehen (mittels GA-User Explorer). Auf diese Weise lassen sich diejenigen User ermitteln, die besonders viel Umsatz generiert haben. Auch können gesamte Bewegungen bzw. der Kaufprozess im Shop nachvollzogen werden.
  • die Ermittlung des Kauf- und Suchverhaltens in Verbindung mit Wetterdaten. Hierdurch können vor allem bei den Verknüpfungen mit den Traffic Kanälen spannende Rückschlüsse gezogen werden. Beispielsweise führt Unwetter oder Regen zu einem Uplift der Conversion bei denjenigen Nutzern, die über Social-Media-Kanäle auf die Seite kommen, da vor allem bei schlechtem Wetter Social Media Beiträge wichtig sind.
  • die Bounce Back Rate aller Seiten zu ermitteln, indem der Zurück-Button getrackt wird. Sticht hier eine Seite heraus, liefert das einen Hinweis darauf, ob die Seite hinsichtlich Nutzer-Ansprache oder Template-Aufbau ggf. optimiert werden muss.

Wie entstehen starke Markenerlebnisse im Gehirn?

Prof. Dr. Dieter Georg Herbst (u.a. Universität St. Gallen) zeigte in seinem Vortrag, dass unser Handeln hochgradig irrational ist und Entscheidungen oft unterbewusst getroffen werden. Der Grund hierfür sind zwei unterschiedliche Systeme im Gehirn (nach Daniel Kahneman):

System 1: Fast, automatic, frequent, emotional, stereotypic, subconscious

Dieses System reagiert extrem schnell, ist äußerst ungenau und wird vor allem über Bilder und Geschichten angesprochen. Innerhalb des System 1 wird entschieden, was „gut“ oder „schlecht“ ist. Gefahrensituationen sind ein Beispiel, bei dem das System 1 aktiv und auch extrem wichtig ist. Kommt uns auf der Straße ein Auto entgegen, reagiert System 1 direkt mit der Handlung Ausweichen. Was das Auto jedoch für ein Modell ist oder wer hinter dem Steuer sitzt, wird durch System 2 analysiert und ist für diese kurze Reaktionszeit keine ausschlaggebende Information.

System 2: Slow, effortful, infrequent, logical, calculating, conscious

Dieses System agiert viel langsamer, ist dafür im Wesentlichen genauer. Denn während bei System 1 lediglich nach „gut“ und „schlecht“ unterschieden wird, analysiert System 2 vielmehr, ob etwas „richtig“ oder „falsch“ ist – ein Prozess, der mehr Aufwand benötigt und deshalb langsamer ist.

Entscheidend ist hierbei die Tatsache, dass ca. 70-95% unserer Entscheidungen durch System 1 getroffen werden und wir dadurch zu Handlungen bewegt werden, die unbewusst getroffen werden und daher oft irrational sind. Übertragen auf den Besuch einer Website bedeutet dies, dass das Gehirn noch innerhalb der ersten Sekunde die Entscheidung trifft, ob die Seite gut oder schlecht ist und weitere Handlungen (Verlassen der Seite oder weitere Interaktionen durchführen) beeinflusst. Vor allem Bilder und passende Geschichten können das System 1 maßgeblich beeinflussen und damit auf die Kaufentscheidung einwirken.

Formular und Warenkorbabbrüche – der Albtraum hat ein Ende!

Mirko Melcher von Web Arts AG zeigte zu Beginn seiner Session anschaulich und verblüffend für die Teilnehmer, dass es bei Formularen nicht um die reine Anzahl der Felder geht, sondern um die gefühlte Einfachheit des Formulars. Umso einfacher das Formular wirkt, umso besser ist die Chance, dass es auch ausgefüllt wird.

Danach ging Mirko auf die häufigsten Gründe für Kaufabbrüche in einem Shop ein:

  • Shop wirkt nicht vertrauenswürdig
  • Technische Probleme mit der Seite
  • Langer und umständlicher Kaufprozess
  • Rabattcodes
  • Letzte Kaufmotivation fehlt
  • Kundenkonto anlegen

Folgende Tipps gab er den Zuhörern auf den Weg, um die Abbrüche im Warenkorb zu verhindern:

  • Die Nutzung eines Warenkorb-Layers, um dem Käufer klar zu zeigen, dass etwas in den Warenkorb gelegt wurde. Hier sollte der Käufer außerdem eine positive Bestätigung erhalten, z.B. „Gute Wahl!“ oder „Das haben Sie sich verdient!“ usw.
  • Die Lieferzeiten bei den Produkten im Warenkorb mit angeben, um die Motivation zum Kauf zu fördern.
  • Den Hinweis auf die Bezahlmöglichkeiten möglichst am Anfang des Kaufprozesses, damit der Käufer nicht erst am Ende sieht, ob er z. B. nur per Kreditkarte bezahlen kann und deshalb kurz vor dem Kauf doch noch abbricht.
  • Auf keinen Fall die Möglichkeit für die Eingabe von Gutscheincodes prominent einbinden. Der Käufer macht sich sonst auf die Suche nach den Codes und ist damit erstmal aus dem Kaufprozess raus.
  • Keine alternativen Produkte im Warenkorb als Upselling anbieten. Der Käufer hat sich ja bereits für ein konkretes Produkt entschieden und soll nun nicht noch zu anderen Produkten geführt werden. Stattdessen könnte das passende Zubehör angezeigt werden.
  • Rabatt-Signale unbedingt bei den Produkten im Warenkorb mit in die Übersicht aufnehmen, damit der Käufer auch hier nochmal sieht, dass er ein Schnäppchen gemacht hat.
  • Druck durch Formulierungen wie „Artikel im Warenkorb werden nicht reduziert“, oder „Nur noch X mal verfügbar“ erzeugen.
  • Dringlichkeit über beispielsweise die Angabe „Produkte im Warenkorb sind sofort lieferbar. Wenn Sie bis 14 Uhr bestellen, ist das Produkt morgen bereits bei Ihnen!“ erzeugen.

SEOkomm

Mach endlich deine Website sauber!

Dominik Wojcik von Trust Agents Internet GmbH ging in seinem Vortrag auf die Themen Crawling, Index Management und interne Verlinkungen ein. Wer diese drei Aspekte richtig im Griff hat, schafft sich die optimale technische SEO Basis für einen nachhaltigen Erfolg. Die wichtigsten Facts aus dem Vortrag waren für mich folgende:

  • Regelmäßige Logfile-Analysen durchführen, um z.B. festzustellen, auf welchen Seiten sich der Google Bot bewegt, auf welche Seiten er gar nicht erst gelangt und welche Seiten der Bot unnötigerweise aufruft.
  • Die Reduktion von unnötigen oder irrelevanten Seiten fürt zur Fokussierung auf das Wesentliche. Seiten, die keiner Suchintention entsprechen, werden gelöscht (hier am besten http Status 410 verwenden) oder nicht für die Indexierung frei gegeben.
  • Inhalte müssen auch auf der mobilen Version vollständig dargestellt werden.
  • Exif Daten bei Bildern optimieren.

In den richtigen Ländern ranken

Kerstin Reichert von der TSB Bank in London zeigte den Zuhörern, worauf man bei der Nutzung einer Seite in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Sprachvarianten zu achten hat. Die für mich wichtigsten Learnings des Vortrages waren folgende:

  • Mache die korrekte Länderzuordnung dem Crawler so einfach wie möglich. Nutze dazu eine saubere, eindeutige URL Struktur auf der Seite und verwende nach Möglichkeit eine passende ccTLD (oder alternativ eine gTLD + Geotargeting via Search Console).
  • Achte neben der Sprache auch auf weitere länderspezifische Signale, die der Crawler bei der Identifizierung des Landes verwendet. Dazu zählen neben dem Serverstandort und den externen Verlinkungen auf die Seite auch verwendete Adressen, Telefonnummern oder Währungen auf der Seite.
  • Verwende eine Language Switcher Site als x-default-Variante.
  • Gebe dem Nutzer die Möglichkeit, selbst die Sprache zu wählen statt automatisch auf die vermeintlich für ihn passende Sprachvariante weiterzuleiten.

Besseres Shop SEO

Knut Barth zeigte den Zuhörern jede Menge spannende Insights zum Daily Doing eines SEOs bei der Betreuung eines Online Shops und ging auf Fehler und Problemstellungen ein, die bei Shops häufig auftreten. Typische Fehler sind aus seiner Erfahrung folgende:

  • Entstehung von near Duplicate Content aufgrund ähnlicher Kategorien
  • Duplicate Content bei Produktbeschreibungstexten und fehlender Content bei Kategorien
  • Interne Verlinkung zeigt auf Seiten, die per Canonical auf andere Seiten verweisen
  • Tracking Pixel wird fehlerhaft oder gar nicht eingebunden, sodass das Reporting unbrauchbar wird

Besonders wichtig ist aus seiner Sicht ein regelmäßiges Monitoring der Seite, um schnell Probleme identifizieren und die Fehlerbehebung einleiten zu können. Hier ist auch ein enger Kontakt mit der IT-Abteilung wichtig, um Probleme direkt adressieren zu können. Auch der Zugang zum Projektkalender der IT-Abteilung ist sehr hilfreich, um z.B. Termine für bevorstehende Releases frühzeitig zu kennen und entsprechend vorbereitet zu sein.

Eure Fragen, Anregungen zu den Salzburger Konferenzen oder mehr Infos zu einem bestimmten Vortrag könnt Ihr unten im Kommentarfeld hinterlassen. Ihr habt auch einen spannenden Recap zur SEOkomm und OMX 2016 verfasst? Dann schickt mir Euren Link per E-Mail an: dr@takevalue.de.

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