Auswirkungen der Inflation auf das Suchverhalten in Google

Bei takevalue ist die Untersuchung von Suchbegriffen bei Google für unsere Kunden tägliche Routine. Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Ukraine und deren Auswirkung auf Wirtschaft und Inflation, haben wir uns die Frage gestellt, wie die Menschen hier in Deutschland mit den Herausforderungen der Preissteigerungen umgehen bzw. wie sich das im Suchverhalten bei Google widerspiegelt. Im Folgenden möchten wir einige der deutlichsten Trends aufzeigen, die durch den Ukraine-Konflikt, die steigende Inflation sowie Energiekosten und sinkenden Real-Einkommen aktuell noch verstärkt werden.

Wenngleich es sich hierbei mehr um eine stichprobenartige Recherche, als um eine wissenschaftliche Untersuchung handelt, so halten wir die Ergebnisse dennoch für eine klar nachvollziehbare Reaktion auf die Geschehnisse. Die nachfolgenden Rechercheergebnisse stützen sich auf Daten aus dem Google Keyword Planner, welche zum Zeitpunkt der Recherche bis einschließlich April vorliegen.

Wenig überraschend zeigt sich das Wachstum bei Suchbegriffen mit generellem Bezug zum Thema „Sparen“. Aufgrund steigender Preise im Einzelhandel suchen Menschen vermehrt nach entsprechenden Apps, die beim Sparen helfen können. Die Suche nach „Sparapp“ verzeichnet einen deutlichen Zuwachs von +303%. Auch allgemeine Tipps zum Sparen, die sich über Suchanfragen wie „extrem sparen Haushalt“ (+175%) dokumentieren, stehen derzeit hoch im Kurs.

Der Bedarf zu sparen, setzt sich natürlich auch beim Kochen fort, da insbesondere Familien darauf angewiesen sind, in diesen Zeiten noch besser zu haushalten. Zu Suchbegriffen wie „1 Euro Rezepte“ gibt es schon länger eine stabile Nachfrage, die sich zuletzt aber noch einmal verdoppelt hat.

Darüber hinaus haben auch Suchanfragen wie „Foodsharing in der Nähe“ an Popularität gewonnen und im Vergleich zum Vorjahr beeindruckende +1971% an Suchvolumen zugenommen. Ein Trend, der dazu beitragen könnte, dass die Lebensmittelverschwendung hierzulande ein wenig abnimmt und der in diesem Bereich tätigen Vereinen hoffentlich mehr Zugang zu Lebensmitteln verschaffen wird.

Dass sich diese Trends nicht nur auf den Einkauf und die Zubereitung von Lebensmitteln beschränken, veranschaulicht die Suchanfrage zu „Kaminofen mit Kochplatte“ mit einer sehr starken Zunahme von +510% im Vergleich zum Vorjahr. Nicht zuletzt aufgrund der gestiegenen Energiekosten, sehen sich die Menschen offenbar zu recht kreativen Maßnahmen gezwungen und suchen daher nach kostensparenden Möglichkeiten für die Essenszubereitung.

Noch einen Schritt weiter gehen jene Personen, die nun vermehrt nach Themen wie „Gemüse anbauen“ (+53%) oder „Gewächshaus kaufen“ (+50%) suchen. Aufgrund gestiegener Preise von Gemüse, Obst und weiteren Lebensmitteln sicher eine gute Möglichkeit, um nicht nur preiswerter, sondern vielleicht auch gesündere Nahrung zu erhalten.

Darüber hinaus verraten Suchanfragen wie „Kartoffeln pflanzen im Topf Anleitung“ (+3122%) und „Gemüse anbauen auf kleinstem Raum“ (+875%), dass nicht nur Personen mit großen Gärten nach Methoden zum Eigenanbau suchen.

Auch beim Transport wollen die Menschen sparen, was angesichts der steigenden Benzinpreise sicher keine Überraschung darstellt. „Heizöl tanken Auto“ legt im März im Vergleich zum vorherigen Monatsdurchschnitt immerhin +467% zu. Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass das Betanken von Autos mit Heizöl sowie Salatöl nicht nur schädlich für den Motor, sondern aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung außerdem strafrechtlich verfolgt werden kann und somit in keinem Fall zu empfehlen ist. Auch der ADAC rät ausdrücklich davon ab!

Im Vergleich zum Heizöltanken sicherlich sinnvoller, ist hingegen der Kauf eines E-Autos. Die Suchanfrage zu „günstige E-Autos“ hat immerhin um +124% zugelegt und lässt vermuten, dass diese Branche eine der größten Gewinner der aktuellen Situation sein könnte – wenn Krieg und Corona in China nicht auch die Lieferketten in Mitleidenschaft ziehen würden.

Der drastische Anstieg von Stromkosten lässt sich ebenfalls sehr deutlich an der Entwicklung entsprechender Suchanfragen ablesen. „Strom sparen“ hat im Vergleich zum Vorjahr +125% Suchvolumen aufzuweisen. Ähnliche Suchanfragen wie „WLAN Router Stromverbrauch“ (+256%) sowie „Solaranlage kaufen“ (+83%) gehen in die gleiche Richtung.

Aufgrund der auf breiter Front gestiegenen Preise erscheint es schlüssig, dass die Menschen nach weiteren Sparmöglichkeiten suchen. Folglich haben Suchanfragen zu Plattformen für Gebrauchtwaren wie „Ebay Kleinanzeigen gebraucht“ (+2.610%) und „Medimops Bücher gebraucht kaufen“ (+311%) immens zugenommen. Auch das Aufbessern der Haushaltskasse durch Verkauf von gebrauchten Dingen scheint stark gestiegen zu sein, worauf die Suchanfrage „gebrauchte Dinge verkaufen“ (+829%) klar hindeutet.

Dass in Zeiten steigender Inflation und gleichbleibender Gehälter das Wirtschaften ggf. auch trotz Sparmaßnahmen zunehmend schwieriger wird, lässt der Zuwachs von Suchbegriffen wie „Minijob Suche“ (+177%) vermuten. Ebenfalls zugenommen hat das Suchvolumen von Keywords wie „Blutplasma spenden“ (+83%), „Blutspenden Geld“ (+50%) und eher ungewöhnlichere Ansätze wie „Haare verkaufen Geld“ (+1300% aufgrund eines geringen Suchvolumens).

Sollten all die zuvor genannten Maßnahmen nicht helfen, gibt es natürlich noch die Option auszuwandern. Diese scheint bereits jetzt für einige Personen denkbar, mit Hinblick auf ein Wachstum von +457% des Suchbegriffs „in welches Land kann man mit wenig Geld auswandern“ sowie ein Anstieg von +129% bei „auswandern wohin am einfachsten“.

Wir hoffen mit dieser kleinen Recherche, die eine oder andere interessante Einsicht geliefert zu haben. Wir sind jedenfalls gespannt, wie die Märkte auf diese Entwicklungen der Nachfrage reagieren werden und was sich insbesondere bei Marketing-Kampagnen ergeben wird. Es bleibt zu hoffen, dass sich die verschiedenen Krisenherde auf absehbare Zeit beruhigen werden, sodass für uns alle wieder mehr Sicherheit in Hinsicht auf die Zukunft besteht.

Sie sind auf weitere Trends gestoßen, welche durch die derzeitige Situation verstärkt wurden? Wir freuen uns auf Kommentare und Diskussionen zu sonstigen Funden!

Ein Hinweis in eigener Sache: Diese Recherche wurde von unserem kompetenten SEO-Team erarbeitet. Falls Sie auf der Suche nach einem Partner für die Beratung oder Umsetzung von  Suchmaschinenoptimierung oder auch Google Ads-Kampagnen sind, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Michael Buschmann
Michael Buschmann
Michael Buschmann ist Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter von takevalue Consulting und seit mehr als 20 Jahren im Internet Business tätig. Seit 2005 widmet er sich intensiv den Themen Search, SEO & Online Marketing. Bei takevalue ist Michael für das Account Management, Sales sowie HR, Finanzen und Marketing zuständig. Für Fragen zu seinem Artikel oder Interviewanfragen können Sie sich direkt an Michael Buschmann wenden: [email protected]
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