Sichtbarkeit im Web: Auffindbarkeit messen & optimieren

Der Sichtbarkeitsindex ist ein wichtiger Indikator, mit dem es möglich ist, die Performance einer Website in den organischen Suchergebnisseiten von Google abzubilden. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen, dass je höher der Wert, desto besser kann die Website zu relevanten Suchbegriffen gefunden werden. Zahlreiche SEO-Tools wie Sistrix, Xovi oder Searchmetrics bilden diesen Wert ab. Die verschiedenen Tools nutzen jedoch unterschiedliche Grundlagen zur Berechnung der Sichtbarkeit, weshalb es nicht den einen Sichtbarkeitsindex gibt. In diesem Artikel wird erklärt, wie der Wert des Sichtbarkeitsindexes zu interpretieren ist, welche Herangehensweisen die verschiedenen Tool-Anbieter bei seiner Erhebung nutzen und welche weiteren Möglichkeiten es gibt, um Sichtbarkeit im Web bzw. genauer die Performance der eigenen Domain in Google zu messen und nachhaltig zu optimieren.


Herkunft und Merkmale des Sichtbarkeitsindex

Wie wird der Sichtbarkeitsindex ermittelt? Kurz gesagt: Das ist von Tool zu Tool unterschiedlich. In der Ermittlung ihrer Kennzahlen beziehen sich Sistrix und Co. auf verschiedene Daten. Daher kann es je nach Tool aufgrund der unterschiedlichen Systematiken zu signifikanten Unterschieden kommen. Auch wenn der Sichtbarkeitsindex keine belastbare Metrik ist, gibt er jedoch zumindest grundlegend Auskunft über die Performance einer Domain innerhalb der organischen Suchergebnisseiten von Google. So kann er sehr gut keyword-basierte Veränderungen im Hinblick auf die Auffindbarkeit einer Website anzeigen. Er kann aber auch Auskunft darüber geben, ob und wie gut Optimierungsmaßnahmen auf den SEO-Erfolg einer Website Einfluss nehmen.
Um den Sichtbarkeitsindex zu berechnen, werden – je nach Anbieter – beispielsweise folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Anzahl der Keywords, zu denen eine Seite rankt
  • Suchvolumen der Keywords, zu denen eine Seite rankt
  • Klickraten und Positionen der Keywords, zu denen eine Seite rankt

Ob der Sichtbarkeitsindex des jeweiligen Tools als relevant angesehen werden kann, kann beispielsweise anhand der folgenden Faktoren zumindest grob beurteilt werden:

Datenqualität und Aktualität

Die vollständigen Datensätze zum Sichtbarkeitsindex werden je nach Anbieter oftmals nur einmal pro Woche aktualisiert und sind daher meist nicht tagesaktuell. Eine langfristige Beobachtung des Sichtbarkeitsindexes ist also dringend notwendig, um einen tatsächlichen Eindruck auf die Performance in Google zu erlangen.
Grundsätzlich sollte beachtet werden, dass Sichtbarkeitswerte immer nur so verlässlich sind, wie die ihnen zugrundeliegende Datenbasis (hinsichtlich Qualität & Umfang).

Datenquantität

Bei Websites, die vor allem zu sogenannten Longtail-Keywords, also Keywords, die spezifischer sind und aus mehreren Suchbegriffen bestehen, ranken, kann es vorkommen, dass der Sichtbarkeitsindex nicht sehr aussagekräftig ist. Da vor allem Nischenseiten zu sehr spezifischen Keywords ranken, weisen diese Art von Seiten oftmals nur einen geringfügigen Sichtbarkeitswert auf, der auch nur bis zu einem gewissen Grad ausgebaut werden kann (aufgrund des begrenzten Keyword-Sets). Ein Keyword-Set, also eine Zusammenstellung der für die Suche relevanten Begriffe einer Website, sollte also im Idealfall an die jeweilige Zielgruppe und das Suchvolumen der für die Domain wichtigen Begriffe gekoppelt sein.

SEO-Tools zum Berechnen des Sichtbarkeitsindex

Zur Berechnung der Sichtbarkeit im Internet helfen verschiedene Tools. Im Folgenden stellen wir die Sichtbarkeitsindizes der gängigsten SEO-Tools vor und erklären, wie sie sich zusammensetzen.

Sistrix Sichtbarkeitsindex

Sistrix gilt als Erfinder des Sichtbarkeitsindexes und hat ihn seit seiner Entwicklung im Jahr 2008 als Standard zur Bemessung der SEO-Sichtbarkeit einer Website etabliert. Sistrix vergleicht die Daten von mehreren Millionen Domains aus 30 Ländern und bietet so eine verlässliche Quelle, um die eigene Sichtbarkeit im Web im Vergleich zum Wettbewerb darzustellen. Berechnet wird der Sistrix Sichtbarkeitsindex wie folgt:

  • Die Grundlage des Sichtbarkeitsindexes bilden 100 Millionen Datenpunkte: 1 Millionen relevante Keywords multipliziert mit den ersten 100 organischen Google-Treffern
  • Hinein gerechnet werden dann das jeweilige Suchvolumen je Keyword sowie die zu erwartende Klickwahrscheinlichkeit
  • Der Sichtbarkeitsindex entsteht durch die Summe der erhobenen Daten für eine Domain

 

Screenshot der Darstellung der Sichtbarkeit unserer Website in Sistrix
Darstellung der Entwicklung der täglichen Sichtbarkeit bei Sistrix am Beispiel von takevalue.de

Searchmetrics SEO Visibility

Ähnlich dem Sichtbarkeitsindex von Sistrix, versucht auch Searchmetrics mit der SEO Visibility die Online-Performance einer Domain darzustellen. Mithilfe einer datenbezogenen Kennzahl können verschiedene Websites, beispielsweise von Wettbewerbern, verglichen werden. Als Grundlage für die Berechnung der SEO Visibility werden sowohl die CTR (Click-Through-Rate oder Klickrate), das Keyword-Suchvolumen sowie relevante Ranking Positionen der URLs in den organischen Suchergebnissen von Google herangezogen.

XOVI Sichtbarkeitsindex: Online Value Index (OVI)

Auch der Online Value Index von XOVI gibt die Sichtbarkeit einer Website in den SERPs an. Der sogenannte Online Value Index (kurz: OVI) wird jede Woche aktualisiert und berücksichtigt dabei die Top-100 Rankings je Domain von 500.000 relevanten Keywords. Diese Keyword-Datenbank ist seit Beginn der Datenerhebung unverändert geblieben, sodass etwa für den deutschen Index seit 2009 die gleichen Keywords herangezogen werden. Andere Tools wie Sistrix gestalten ihre Datenbasis dagegen flexibler und aktualisieren einen Teil der berücksichtigten Keywords regelmäßig, um Veränderungen in der Nachfrage zu entsprechen. XOVI nutzt für die Berechnung der Domain-Sichtbarkeit die Position in den organischen Suchergebnissen, das monatliche Suchvolumen, die CTR sowie die Wortanzahl je Short- und Longtail-Keyword. Beim Vergleich der Sichtbarkeit unterschiedlicher Domains sollte auch beim OVI darauf geachtet werden, dass sich die Websites in ihrer Branche, dem Portfolio und dem Umfang des Sortiments ähneln.

Selbständig einen Sichtbarkeitswert mit der Google Search Console ermitteln

Mit dem kostenlosen SEO-Werkzeug Google Search Console (GSC) ist es ebenfalls möglich, die Position der eigenen Website in den Suchergebnissen von Google zu beobachten, zu verwalten und zu optimieren. Die GSC gibt zwar keinen einzelnen Messwert für die Sichtbarkeit aus. Dennoch ist es mithilfe von verschiedenen Metriken möglich, die Sichtbarkeit der eigenen Domain grundlegend zu betrachten. Hierfür wird ein Google Account benötigt. Zudem muss bestätigt werden, dass man selbst der Seiteninhaber ist, damit anschließend Daten durch Google ermittelt werden können. Ein Überblick von fremden Seiten ist also nicht möglich. Allerdings kann die GSC Aufschluss darüber geben, wie gut die eigene Website performt: Google erstellt dann aussagekräftige Diagramme, die Aufschluss über die folgenden Fragen geben:

  • Wie viele Klicks gab es von den SERPs auf die eigene Domain?
  • Wie oft wurde meine Domain in den SERPs zu relevanten Keywords angezeigt?
  • Wie performt die eigene Website auf verschiedenen Geräten?
  • Welche Seiten der eigenen Domain haben Optimierungspotential?
  • Wie stabil laufen die Seiten in Bezug auf Page Speed, Interaktion und Stabilität?
Screenshot Google Search Console Daten
Screenshot der Google Search Console Daten inklusive Klicks, Impressionen und Suchanfragen einer Website

OPTIMIERUNGSPOTENTIALE MITHILFE VON SICHTBARKEITSWERTEN ABLEITEN

Mit den ermittelten Sichtbarkeitswerten ist es möglich, Potentiale zur Optimierung der eigenen Website zu erkennen oder den Erfolg bereits durchgeführter Maßnahmen zu verfolgen und zu beurteilen. Folgende Informationen können dabei helfen:

  • Sichtbarkeit von Wettbewerbern: Beim Vergleich der Sichtbarkeitsverteilung von Wettbewerber-Domains können wichtige Keyword-Sets für die eigene Branche ermittelt werden.
  • Eigenen Content prüfen: Um herauszufinden, ob und wenn ja, welche Inhalte auf der eigenen Website optimiert werden sollten, ist es ratsam, die aktuellen Rankingpositionen in Relation zum potenziellen Traffic zu analysieren. Auf Basis dieser Analyse kann gezielt neuer Content erstellt werden, um so zur Suchmaschinenoptimierung beizutragen.
  • Monitoring und Reporting der eigenen Sichtbarkeitsentwicklung: Bei der Betrachtung der Sichtbarkeitsentwicklung über einen längeren Zeitraum lässt sich feststellen, welche Maßnahmen in die positive oder negative Veränderung der eigenen Sichtbarkeit hineingespielt haben.

So können Sie die Sichtbarkeit im Web gezielt optimieren

Nachfolgend haben wir die wichtigsten Maßnahmen für die gezielte Steigerung der Sichtbarkeit im Internet aufgeführt:

Bedarfsanalyse und Keywordrecherche

Der Ausgangspunkt einer jeden SEO-Maßnahme stellen gründliche Markt- sowie Keyword-Analysen dar. Diese dienen dazu, datengestützte Entscheidungen zu treffen, auf welche Inhalte und passenden Suchbegriffe überhaupt optimiert werden soll. Folglich ist dieser Schritt unerlässlich, um die interessantesten Potenziale zu identifizieren und möglichst schnell Sichtbarkeit im Internet aufzubauen.

Gute Inhalte verfassen

Die Basis zur Erhöhung der eigenen Website-Sichtbarkeit besteht nach wie vor in der Erstellung hochwertiger Inhalte. So gilt es in erste Linie für die eigenen Leser zu schreiben und darüber hinaus sicherzustellen, dass diese auch nach technischen und strukturellen Gesichtspunkten optimal für Suchmaschinen wie Google aufbereitet sind. Werden dann noch die Meta-Daten gepflegt, idealtypische Überschriftenstrukturen realisiert und weitere Werkzeuge wie Rich Snippets angewendet, hat dies in der Regel positive Auswirkungen auf die eigene Sichtbarkeit im Web. Zudem spielt auch die gezielte Interne Verlinkung eine wichtige Rolle, um neue Inhalte bzw. die neuen URLs gezielt für das Ranking zu stärken.

Onpage-Optimierungen vornehmen

Neben guten Inhalten gibt es natürlich eine Menge weiterer Onpage-SEO-Optimierungen, welche das technische Grundgerüst einer Website beschreiben. Um die Sichtbarkeit einer Website zu verbessern, gilt es in diesem Zuge unter anderem die Informationsarchitektur, Ladegeschwindigkeit, die bereits erwähnte interne Verlinkung von Inhalten und eine gezielte Steuerung der Indexierung sicherzustellen bzw. zu optimieren.

Google-Rankings überwachen und optimieren

Mithilfe der Google Search Console und diversen Drittanbieter-Tools lassen sich die Rankings der eigenen Website innerhalb der Google-Suche überwachen. Dies ist insbesondere nützlich, um leicht auszuschöpfende Potenziale zu finden und die entsprechenden Inhalte zu optimieren, da oftmals bereits der Aufstieg um wenige Positionen mitunter in beträchtlichen Traffic-Zuwächsen resultieren kann.

Web-Analyse-Tools einsetzen

Ähnlich aufschlussreich ist der Einsatz von Web-Analyse-Tools auf der eigenen Website. Natürlich müssen diese entsprechend der geltenden Datenschutzbestimmungen umgesetzt werden, was sich aufgrund der zu gewinnenden Erkenntnisse jedoch für die meisten Unternehmen lohnt und dank der Migration zu Google Analytics 4 nun um einiges einfacher wurde. So lassen sich aus der Fülle an Daten diverse Optimierungspotenziale ableiten, etwa wenn es darum geht welche Inhalte am beliebtesten sind bzw. die meisten Conversions erzielen oder welche Traffic-Kanäle am kosteneffizientesten performen.

Link-Building

Obwohl Backlinks für die Sichtbarkeit im Web kaum an Bedeutung verloren haben, scheinen sich die Bemühungen von SEOs über die vergangenen Jahre mehr und mehr auf andere Disziplinen konzentriert zu haben. Insofern sind Links von relevanten Websites nicht unwichtiger geworden, doch wird mehr davon gesprochen, gute Inhalte mit Mehrwert für den Nutzer zu verfassen anstatt aktives Linkbuilding zu betreiben um die eigene Sichtbarkeit zu erhöhen.

Weitere Kanäle zum Ausbauen der Sichtbarkeit neben SEO

Die organische Sichtbarkeit stetig weiter auszubauen, gehört zu dem Hauptziel vieler Websitebetreiber. Der Sichtbarkeitsindex ist für die Suchmaschinenoptimierung eine wichtige Kennzahl, um Potenziale zur Steigerung der Sichtbarkeit zu erkennen. Die Sichtbarkeit ist jedoch meist Mittel zum Zweck, denn es stecken andere Ziele dahinter: zum Beispiel Produkte verkaufen oder neue Mitarbeiter zu gewinnen. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es neben denen im vorherigen Abschnitt aufgeführten SEO-Maßnahmen noch weitere Maßnahmen innerhalb von anderen Disziplinen, die Unternehmen dabei gezielt helfen können.

SEA & Performance Marketing

Neben der Suchmaschinenoptimierung (SEO) ist die Suchmaschinenwerbung (Search Engine Advertising oder SEA) eine interessante Möglichkeit, um die Sichtbarkeit der Website zu erhöhen. Hierfür werden auf bestimmten Suchergebnisseiten (SERPS) für relevante Keywords die obersten (nicht organischen) Plätze gekauft, um dort Anzeigen zu schalten. SEA ist also durch bezahlte Werbung getrieben. Der Vorteil: Durch zielgerichtetes Targeting und gekonntes Bid Management kann Sichtbarkeit unmittelbar genau dort aufgebaut werden, wo es für das eigene Unternehmen am sinnvollsten ist.

Social Media & Paid Social

Knapp 87 Prozent der Deutschen nutzen Soziale Medien, durchschnittlich mit mehreren Accounts auf verschiedenen Social-Media-Plattformen. Somit sind Facebook, Instagram und Co. ein wichtiger Kanal, um mit potenziellen Kunden in Kontakt zu treten. Kaum ein größeres Unternehmen kann es sich heutzutage leisten, nicht in den für seine Branche relevanten Sozialen Medien vertreten zu sein und Kundensupport, Service-Posts oder Unterhaltung zu bieten.

Im engen Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen ergeben sich effiziente und effektive Möglichkeiten, Ihre digitalen Ziele zu erreichen!

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Christine Boussios
Christine Boussios
Christine Boussios verantwortet als Head of Communications & Content die Kommunikation von takevalue. Seit mehr als 10 Jahren berät und begleitet sie Kunden bei den Themen Content Strategie und -Marketing. Ihre Leidenschaft gilt dem Thema datengetriebenes Content-Marketing und der Entwicklung strategischer und konzeptioneller Grundlagen für die digitale Kommunikation von Unternehmen. Für Fragen zum Artikel können Sie sich direkt an Christine Boussios wenden: [email protected]
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